A39 – Sand und die Politik

Manchmal möchte ich in der Politik einen Stoßseufzer ausstoßen - in diesem Fall ganz bestimmt! Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an den Antrag des Bürgerforums im Gemeinderat, bei der Samtgemeinde den Flächennutzungsplan zu ändern. Unsere Zielsetzung war es, in 2015 ein potentielles Sandabbaugebiet auf einer Fläche südwestlich von Barendorf aufnehmen zu lassen. Hiermit hätte die Gemeinde dann gegenüber dem Niedersächsischen Landesamt für Straßenbau und Verkehr argumentieren können, dass die geplante Trasse der A39 (Grafik, rot) nicht so weit an die Gemeindegrenze herangeführt werden kann und stattdessen auf die ursprüngliche Linienbestimmung (Grafik, grün) zurückgeführt wird. Etwa 700 Meter weiter westlich! Wenigstens ein kleines konkretes Argument für die Gemeinde, denn immerhin hat das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie der dortigen Sandlagerstätte eine besondere Bedeutung für die regionale Wirtschaft zugemessen. Mit diesem Argument hätte sich nicht nur der Trassenverlauf angreifen lassen, sondern eventuell auch die geplante PWC-Anlage verhindern können.
Unser Antrag wurde seinerzeit mit den Stimmen von SPD/CDU im Rat abgelehnt. Mit Vehemenz und Empörung wandte man sich gegen solche Überlegungen, weil man den Bürgern dort keinen Sandabbau zumuten könne. Allein der damit verbundene LKW-Verkehr würde Barendorf mit zu viel Lärm belasten. Ausgespart wurde seinerzeit allerdings, dass eine Autobahn vergleichsweise viel mehr Lärm verursacht und der LKW-Verkehr auf einer Autobahn gegenüber einem Sandabbau erheblich stärker ist (siehe: Auf den Punkt gebracht, April 2015, www.bf-barendorf.de). Und nicht zu vergessen - mit der Änderung des Flächennutzungsplans wäre noch kein unmittelbarer Sandabbau verbunden gewesen.
Zeitsprung: Herbst 2019
Mit Stimmen der SPD/CDU wird im Rat der Gemeinde Vastorf und im Samtgemeinderat der Antrag auf Sandabbau der Firma Manzke an der K28 zwischen Barendorf und Vastorf genehmigt (siehe Grafik, blau). Das sind die Momente in der Politik, welche bei mir Bauchgrummeln verursachen...
Anfang 2020 erwidert das Landesamt die Stellungnahme der Gemeinde Barendorf zum ersten Abschnitt der A39. Hier führt das Amt unter anderem an, dass die Gemeinde durch den Trassenverlauf der Autobahn (rot) in keiner Weise belastet sei, weil durch diesen keinerlei Planungen der Gemeinde betroffen wären. Wir haben nun mal keinen Sand mehr, welchen wir den Autobahnplanern “ins Getriebe werfen können”. Im Ergebnis werden die geplante Autobahntrasse und die PWC-Anlage kaum mehr zu verhindern sein, und einen Sandabbau gibt es obendrauf!
“Danke SPD/CDU” - und manchmal möchte ich nicht nur seufzen !!!
(Kay Benson)